Die Sommerakademie für Integrative Medizin ist ein einwöchiger Kongress, der alljährlich im August an der Universität Witten/Herdecke stattfindet. Es ist eine Woche, in der 250 Teilnehmer, Studierende aber auch Therapeuten und Ärzte, die Möglichkeit haben sich durch unterschiedliche Vorträge inspirieren zu lassen, in praktisch orientierten Intensiv-Workshops verschiedene Therapien kennenzulernen und in Schnupperworkshops in die Selbsterfahrung zu gehen. Besonders daran ist, dass die Sommerakademie jedes Jahr von einem neu zusammen gefundenen, interdisziplinären Team unter einem neuen Motto organisiert wird. Das diesjährige Motto der Sommerakademie lautet: „Gratwandern – Jenseits von Richtig und Falsch“. Es wird hierbei um das Thema von Polaritäten gehen und wie wir diesen begegnen. In einer Vielzahl von gesellschaftlich und medizinisch relevanten Themen, in denen Gegensätze aufeinander stoßen, werden wir fragen, wie wir diesen Grat beschreiten wollen. Finden wir eine gute Balance? Wird es immer ein Grat bleiben? Oder kann aus einem Grat auch ein Weg entstehen, wenn wir beschließen, ihn trotz unserer Unterschiede gemeinsam zu gehen und an Widersprüchen zu wachsen? Hierzu werden wir unterschiedliche, internationale Heil- und Behandlungsmethoden in die Woche integrieren, vorstellen und erlebbar machen.

Sommerakademie Medizin

„Integrative Medizin meint die Praxis der Medizin, die die Bedeutung der Beziehung zwischen Arzt und Patient betont, sich auf die ganze Person fokussiert, sich auf Evidenz stützt und alle relevanten therapeutischen Möglichkeiten, Gesundheitsberufe und –disziplinen nutzt, um das optimale Gesundheit und Heilung zu erreichen.“ -  Consortium of Academic Health Centers for Integrativ Medicine, 2009. Übersetzung: E.G. Hahn – Denkanstöße zur integrativen Medizin.

Der Begriff „Integrative Medizin“ ist Namensgeber der Sommerakademie, weil er die gleichwertige Behandlung unterschiedlicher therapeutischer Ansätze betont und ihre Gewichtung im Therapiekonzept entsprechend der individuellen Situation und Patientenpersönlichkeit ermöglicht.

In der Praxis bedeutet „Integrative Medizin“ für uns im selben Maße körperliche, seelische und geistige Aspekte der Patient*innen in das Verständnis und in die Therapie von Erkrankungen einzubeziehen. Das reflektierte Studium verschiedener Medizinsysteme, Menschenbilder und Therapieverfahren soll dazu beitragen sich den Zusammenhängen dieser Aspekte zu nähern.

Die Integrative Medizin soll auf einer wissenschaftlichen Basis aufgebaut werden, wobei auch die Weiterentwicklung der Wissenschaft in den Diskurs mit aufgenommen wird.

SommerIm Jahr 2010 wurde die Idee eines „Falltags für Integrative Medizin“ an der Universität Witten/Herdecke aufgegriffen, um sich innerhalb einer Seminarwoche mit den Fragen und Möglichkeiten einer Integrativen Medizin auseinander zusetzten. Zentraler Bestandteil dieses Diskurses war die Betrachtung eines realen Patienten aus den Blickwinkeln verschiedener Medizinsysteme in einem sog. „Patientenplenum“.

Es wurde ein Raum der Begegnung geschaffen, der es allen Beteiligten ermöglichte, sich offen den Fragestellungen zu widmen und Interessen und Visionen auszutauschen. Am Ende der ersten Sommerakademie war klar, dass es eine Fortsetzung geben sollte.

Seither ist die alljährlich stattfindende Veranstaltung Teil der vielfältigen Universität Witten/Herdecke. In der Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragestellungen und Mottos hat sich die Sommerakademie inhaltlich und formell als ein wachsender und entwicklungsfähiger Organismus gezeigt.

Alljährlich findet sich ein neues Team von Studierenden, Auszubildenden und Berufseinsteigern medizinischer und therapeutischer Berufe zusammen, um die Inhalte der Sommerakademie neu zu denken, zu planen und zu verwirklichen. Über ein Jahr hinweg stellt sich die Gruppe diesen vielschichtigen Aufgaben.  Mehr

Unterstützt und beraten wird das Team durch PD Dr. med. Friedrich Edelhäuser und Barbara Pfrengle-Längler vom Integrierten Begleitstudium Anthroposophischer Medizin (IBAM), der Initiative Medizin mit Herz und Hand und den Mitgliedern der Organisations-Teams vergangener Jahre.

sommerakademie witten 2017 002Mit jährlich rund 200 Teilnehmer*Innen, knapp 40 Dozierenden und bis zu 15 Kindern ist die Sommerakademie vor die Aufgabe gestellt eine sozialverträgliche Finanzierung zu ermöglichen, sowie den logistischen Ansprüchen einer einwöchigen Veranstaltung dieser Größe gerecht zu werden. Das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Helfer*Innen ist dabei ebenso essentiell, wie die institutionelle Unterstützung durch:

  • Lebensmittel - und Sachspenden
  • Bereitstellung der Räumlichkeiten durch die Universität Witten/Herdecke
  • private Spenden
  • Förderung durch Stiftungen

Diese Zuwendungen ermöglichen es den Großteil der eigentlichen Teilnahmekosten zu decken.