Helene ist Ärztin in Weiterbildung für Innere Medizin. Sie arbeitet in einem Kreiskrankenhaus südlich von Berlin und erlebt dort tagtäglich die bereichernden Momente mit Patient:innen, aber auch die Not und Grenzen unseres Gesundheitssystems. Sie ist davon überzeugt, dass gesunde Patient:innen ein gesundes Behandlungsteam brauchen. Dafür muss Arbeit erfüllend und sinnorientiert sein. Zusammen mit ihrer Projektgruppe „New Work Medizin“ bewegt sie neue Arbeits- Organisations- und Wirtschaftsmodelle im Gesundheitswesen. Ein Kernanliegen der Gruppe ist es, neue Zusammenarbeitsformen in der Medizin kennenzulernen und zu üben, da diese ihrer Meinung nach zentral für eine grundlegende Transformation im Gesundheitswesen sind. Die Projektgruppe hat bereits zwei Online Kongresse, sowie ein Sommer Camp ausgerichtet und freut sich auf immer mehr junge Ärzt:Innen, die sich gemeinsam auf diesen Transformationsweg begeben wollen.

One Health in Worte zu fassen, fällt Helene immer noch schwer: „Es ist doch irgendwie so klar, dass wir das brauchen und One Health ein Zukunftskonzept ist, aber wie sagt man das in drei Sätzen?"

Prof. Dr. Kazuma Matoba studierte Linguistik und internationale Politik in Tokyo, promovierte in Kommunikationswissenschaft in Duisburg und habilitierte in Philosophie in Witten. Er interessiert sich für Dialoge zwischen östlichen und westlichen Kulturen, Wissenschaft und Spiritualität, und Individuen und Kollektiven. Kazuma leitet die Forschungsgruppe „Global Social Witnessing and Collective Trauma Integration“ im Witten.Lab an der Universität Witten/Herdecke. Weitere Informationen sind hier zu finden.


Repräsentant: "Gesundheit und Gesellschaft"
Wir sind mehr oder weniger kollektiv traumatisiert, weil wir in einer traumatisierten Gesellschaft hineingeboren sind. Um unsere kollektive Traumata zu bezeugen, brauchen wir Information wie die Art des Schmerzes, die Art des Opfers, die Beziehung des Trauma Opfers zum weiteren Publikum, die Zuschreibung von Verantwortung. M­it diesen Informationen im Kontext der "sozialen Pathologie" kann eine "soziale Diagnose" gestellt und eine geeignete "soziale Therapie" ausgewählt werden. Eine Sozialtherapie, die auf der Grundlage der sozialen Pathologie und der Diagnose des Leidens oder der Erfahrungen einer Gemeinschaft intelligent ausgewählt wird, gibt ihrem Trauma einen Platz in ihrer kulturellen Identität. Die Therapie integriert auch aktiv das Trauma, indem sie das auslösende Ereignis neu interpretiert. Der Prozess ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Identifizierung und Rahmung des kollektiven Traumas in unserer Kultur. Dieser Prozess der Neuinterpretation ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Umwandlung negativer und destruktiver Emotionen und Energie, die durch ein traumatisches Ereignis verursacht wurden, in positive, konstruktive Emotionen, Handlungen und Verhaltensweisen.

Nikolai ist von Hause aus Landwirt und Agrarwissenschaftler und hat sich über viele berufliche Stationen hinweg für eine Lebens-Landwirtschaft eingesetzt – sei es in der biodynamischen Ausbildung, im Demeter Verband oder als Sektionsleiter Landwirtschaft am Goetheanum Dornach/Schweiz. In vielfältigen Bezügen wie der GLS Treuhand, BioBoden Genossenschaft, Zukunftsstiftung Landwirtschaft und Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW setzt er sich auch heute für dieses Anliegen ein.

Seine Gedanken zu One Health:

Seine auch internationalen Erfahrungen haben ihn darin bestärkt, Landwirtschaft und Ernährung umfassend, das heißt auch in Beziehung zu Gesundheit und Medizin sehen zu lernen. Mehr noch: durch das Okular der Gesundheit gesehen, erschließt sich ein neuer Sinnzusammenhang von Mensch (Humanmedizin), Ernährung, Tierwohl und Landwirtschaft. Für manch moderne Krise leuchtet so in dem Konzept One Health ein neues Lösungspotential auf.

 

 

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